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Kenia - Das Haus - Die Leitung

Kenia


Kennen Sie Kenia? Palmenstrände am indischen Ozean, wilde Tiere in der Serengeti, weite Landschaft... Das bekommen Sie als Tourist geboten.

Doch Kenia ist noch mehr: Freundliche Menschen, die auch unter widrigen Lebensumständen voller Zuversicht sind und unter einfachen Bedingungen großzügige Gastfreundschaft gewähren. Kinder, die auf engstem Raum zusammenleben und dennoch voller Lebensfreude sind, die offen und ohne Scheu auf Fremde zugehen.

Selbstverständlich ist das nicht: Hohe Arbeitslosigkeit, zerschlagene Infrastrukturen, Korruption, bedrohlicher Versorgungsmangel, ein katastrophales Gesundheitswesen, AIDS und hohe Gewaltkriminalität prägen leider ebenso das Land. Die meisten Kinder haben kaum Chancen auf eine Ausbildung und eine berufliche Zukunft.

Umso wichtiger sind Menschen wie Jane und George Kilonzo aus Nairobi, die in Eigeninitiative im Haus ihres Projektes Wajibu Wetu (Suahili für "Unsere Verantwortung") Kindern und Jugendlichen eine Heimat bieten.


Das Haus

Am nördlichen Stadtrand von Nairobi liegt das Projekt "Wajibu Wetu". Das kleine, cottage-ähnliche Haupthaus birgt zwei Schlafräume, eine winzige Küche und einen Aufenthaltsraum in der Größe eines Wohnzimmers. Daneben gibt es noch ein Häuschen mit einem Zimmer, in dem die Jungs schlafen.

Anbau 2007



Im Juni 2007 wurde an Stelle der hölzernen Schuppen auf dem Grundstück ein weiteres Haus gemauert, in dem ein großer Schlafraum mit WC und Waschraum für die Mädels und viele kleinere Räume (Büro, Beratungszimmer, Gästezimmer, ...) Platz fanden.

Neubau 2009

Anfang 2009 entstand im Vorgarten neben dem neuen Spielhaus eine größere Küche mit einem ausreichenden Aufenthalts- und Essraum, so dass jetzt auch in der Regenzeit und in der abendlichen Kälte alle unter Dach essen können.

Unter der Leitung des Ehepaars Jane und George Kilonzo kümmern sich dort erfahrene heimische Mitarbeiter um Straßenkinder, AIDS-Waisen und Kinder von straffälligen Müttern. Dabei ist es Jane und George besonders wichtig, eine familiäre Atmosphäre zu schaffen, um den teils schwer traumatisierten Kindern Geborgenheit und Sicherheit spürbar erfahren zu lassen.


Die Leitung


Die Heimeltern Jane und George stellen sich vor:
(Deutsche Übersetzung des englischen Originaltextes)

Wir, das Ehepaar Jane Nyambura und George K. Kilonzo haben das Heim „Wajibu Wetu“ ins Leben gerufen, weil wir durch langjährige Erfahrung realisieren möchten, was meist zu kurz kommt: den verwaisten Kindern ein wirkliches Zuhause zu geben, eine liebevolle Familie, in der auch die inneren Wunden, wenn vielleicht oft nicht geheilt, so doch zumindest gelindert und beachtet werden können.

Wie lässt sich dieses Ziel realisieren?
Die Gruppe der Kinder soll relativ klein bleiben, gemeinsam unter einem Dach leben, wie auf einem Hof auf dem Land mit Pflegeeltern und „Tanten“, eben wie eine Familie. Den Kindern soll Platz gegeben werden, in ihrer Art und mit ihrer Persönlichkeit und Erfahrung in die Familie hineinzuwachsen und ihre Stärken dabei geweckt und für sie selbst und die Familie gefördert werden.

Im Folgenden geben wir Ihnen einen kurzen Einblick in unsere früheren Arbeitsbereiche und unsere Erfahrung in der Sozialarbeit und in der Arbeit mit benachteiligten/verlassenen und traumatisierten Kindern:

Jane Nyambura war eine der Initiatoren und Leiterinnen des Arbeits- und Ausbildungszentrums St. Joseph und kümmerte sich dort sechs Jahre lang verstärkt um die Ausbildung junger Mädchen und Frauen aus armen Verhältnissen.

Weitere fünf Jahre arbeitete Jane für die katholische Erzdiözese von Nairobi im damaligen „Rescue Dada“ - Rehabilitationszentrum für Mädchen auf der Straße. Zu ihren Aufgaben gehörte es, zunächst einmal die Mädchen von der Straße zu holen und sie dann zu betreuen, auch und insbesondere psychologisch. Sie brachte den Mädchen Schneidern und Stoffe-Färben bei, um auf eigenen Füßen stehen zu können.

Jane nahm immer wieder an Fortbildungen und Trainingsprogrammen teil, darunter insbesondere Kurse im Bereich „Counseling“, Kind- und Jugendpsychologie, Drogenmissbrauch und zum Thema „gefährdete Kinder“ sowie an didaktischen und methodischen Kursen.

George K. Kilonzo arbeitete fünf Jahre lang für St. Theresa Catholic Church sowie für verschiedene Institutionen im Mathare Slum Gebiet. Hier gelang es ihm, viele der sogenannten „parking boys“ von der Straße zu holen. Er organisierte Fußball-Mannschaften und Turniere, um so Neigungen und Begabung zu wecken und die Jungen zurück in die Schule zu bekommen. So entstanden 30 Fußball-Teams mit begeisterten Jungs, die immer wieder um einen - von einer kirchlichen Einrichtung gespendeten - Pokal wetteifern, den „Kilonzo Cup“. Einige der damaligen Spieler spielen auch heute noch beim „Mathare United Football Club“.

Für weitere fünf Jahre arbeitete George mit den Kangemi Jesuiten an Programmen für den sogenannten „informal sector“. Das ist der Bereich, in dem Kenyaner in Eigeninitiative (nicht staatliche gelenkte) kleine Handwerksbetriebe und Geschäfte aufziehen, indem sie sich mit ihren Neigungen und ihren Ideen und viel Einsatz ihren Lebensunterhalt verdienen. George arbeitete mit Jugendlichen aus armen Familien in diesen Programmen und mit der Unterstützung der Undugu Society of Kenya auch an entsprechender theoretischer Ausbildung.

In den Mukuru Slums trug George die Verantwortung für das dortige Kinderprogramm des Mukuru Promotion Centers, dessen Aufgabe es war, die Kinder von der Straße zu holen und entsprechend weiter zu versorgen, sie von einem Leben als Straßenkinder zu retten und ihnen Aufnahme und Ausbildung zu geben.

Acht Jahre lang bis Anfang 2005 schließlich waren Jane und George gemeinsam als Paar mit verantwortlich für das „Nest Children’s home“, das im März 2005 16 MitarbeiterInnen und 80 Jungen und Mädchen zwischen 0 und 20 Jahre umfasste.

George hat darüber hinaus eine Ausbildung als Sozialarbeiter und an der CHIEA, der heutigen Catholic University, diverse Zusatzkurse belegt, darunter theologische und geistes- bzw. kulturwissenschaftliche Themen, und insbesondere Kurse speziell zu den Problemen und Bedürfnissen von Kindern und Kindern in schwierigen Verhältnissen.

Vor diesem Hintergrund riefen Jane und George mit ihren eigenen vier Kindern und viel Energie und Liebe Wajibu Wetu ins Leben. Für sie ist das Wajibu wetu children’s project “the visible burning candle which has come to reality“ – ein sichtbares Zeichen der Hoffnung, das Realität werden durfte.